Melatenfriedhof

Ein Ort lebendiger Geschichte

Der Name des Friedhofs leitet sich vom französischen ‘malade’ für ‘krank’ her. Denn der Friedhof wurde auf dem Gelände des früheren Leprosenhofes, der Stätte für Leprakranke, damals noch vor den Toren der Stadt, errichtet. Später war das Gelände des heutigen Friedhofs über einige Jahrhunderte öffentliche Hinrichtungsstätte. Allein in der Zeit der Hexenverbrennungen fanden mehr als dreißig Frauen und Mädchen dort den gewaltsamen Tod. 1797 fand die letzte Exekution auf diesem Platz statt. Der Kirchenräuber Peter Eick starb – unter reger Anteilnahme der Bevölkerung – am Galgen.

Nach der Besetzung Kölns durch die französischen Revolutionstruppen wurde 1804 das Begräbniswesen reformiert: Beerdigungen innerhalb der Stadtmauern wurden untersagt und das Beerdigungswesen von den Kirchen auf die Zivilgemeinden übertragen. Bei der Suche nach einem Friedhof fiel die Wahl auf den Ort Melaten, der am 29. Juni 1810 eingeweiht wurde und somit seinen 200. Geburtstag feierte. Ein Stück lebendige Geschichte.

Letzte Ruhestätte bekannter Persönlichkeiten

Auch die Kölner Stadtgeschichte wird auf dem Friedhof lebendig. Zahlreiche berühmte Söhne und Töchter der Stadt sind auf Melaten begraben, z.B. Nicolaus August Otto (1832 – 1891), Miterfinder des Ottomotors;

der von den Nazis ermordete Radrennfahrer Albert Richter (1912 – 1940);

der aus dem Ruhrgebiet stammende Karnevalist Horst Muys (1925 – 1970);

Schauspieler wie René Deltgen (1891 – 1974) und Willy Birgel (1909 – 1979);

Ferdinand Franz Wallraf (1748 – 1824), der sich sehr für Melaten engagierte und seine reiche Kunstsammlung der Stadt Köln schenkte;

und Johann Heinrich Richartz (1795 – 1861), Museumsgründer;

Maria Clementine Martin, die berühmte Klosterfrau mit dem Melissengeist (1775-1843);

die Familie Farina mit dem Schöpfer des “Eau de Cologne”.

 

 

Bestattungshäuser

Besonderheiten

Melaten ist einer der schönsten Friedhöfe Kölns, ein Ort der Trauer: aber nicht nur. Melaten bietet eine grüne Oase mit altem Baumbestand mitten in der Stadt. Der Friedhof ist Lebensraum für vielfältige Vogel- und Tierarten und zeigt lebendige Kunstgeschichte. Unterschiedliche Stile, vom Klassizismus über die Neogotik bis zum Neubarock, finden sich in den Grabdenkmälern, Symbolen und Skulpturen wieder. Melaten ist eben auch ein Ort des Lebens und der Lebendigkeit. Hier finden Trauernde einen Platz für Ruhe und Erinnerung, hier können sie für sich und ihr Leben Kraft schöpfen.