Melatenfriedhof
Einer der schönsten und geschichtsträchtigsten Friedhöfe
in Deutschland ist der Melatenfriedhof in Köln. Seinen Namen
verdankt der Friedhof seiner eigenen Vorgeschichte. Der Friedhof
wurde auf dem früheren Gelände des Melatenhofes errichtet,
auf dem, damals noch vor den Toren der Stadt, ein Heim für
Leprakranke betrieben wurde. Die Kranken (malade = französisch
für krank) fanden also ihre Heimstatt auf dem Hof für
Kranke, dem Melatenhof.
Die weitere Vorgeschichte des Friedhofs kann durchaus als höchst
düster bezeichnet werden. Das Gelände des heutigen Friedhofes
wurde über einige Jahrhunderte hin als Platz für öffentliche
Hinrichtungen gebraucht. Allein in der Zeit der Hexenverbrennungen
fanden zu Beginn des 17. Jahrhunderts mehr als dreißig Frauen
und Mädchen dort den gewaltsamen Tod. Unter reger Anteilnahme
der Bevölkerung wurde 1797 der letzte Mensch, der Kirchenräuber
Peter Eick, auf Melaten hingerichtet.
Der Friedhof selbst wurde am 29. Juni 1810 eingeweiht. Die Gründung
hing eng mit der napoleonischen Reform des Begräbniswesens
zusammen, nach der die Bestattung nicht mehr innerhalb der Stadtmauern
erfolgen durfte.
Heute ist Melaten nicht nur ein Friedhof sondern lebendige Kunstgeschichte.
Unterschiedliche Stile, vom Klassizismus über die Neogotik
bis zum Neubarock, finden sich in einer seltenen Vielfalt in den
Grabdenkmälern, Symbolen und Skulpturen wieder. Ein Spaziergang
lohnt sich jederzeit, nicht zuletzt auch wegen der vielfältigen
Flora und Fauna mit altem Baumbestand und unzähligen Vogelarten.
Auch die Kölner Stadtgeschichte wird auf dem Friedhof lebendig.
Die Gräber vieler berühmter Söhne und Töchter
der Stadt gilt es zu entdecken. Ihre letzte Ruhe auf den Melatenfriehof
fanden zum Beispiel Nicolaus August Otto (1832 - 1891), der 1876
den Viertakt-Motor vorstellte; der einst berühmte, von den
Nazis ermordete Radrennfahrer Albert Richter (1912 - 1940); der
aus dem Ruhrgebiet stammende Karnevalist Horst Muys (1925 - 1970);
Schauspieler wie René Deltgen (1891 - 1974) und Willy Birgel
(1909 - 1979); Ferdinand Franz Wallraf (1748 - 1824), der sich sehr
für Melaten engagierte und seine reiche Kunstsammlung der Stadt
Köln schenkte und Johann Heinrich Richartz (1795 - 1861), Museumsgründer;
Maria Clementine Martin, die berühmte Klosterfrau mit dem Melissengeist
(1775-1843), oder die Familie Farina mit dem Schöpfer des "Eau
de Cologne".
Die folgende Bildergalerie soll einige Impressionen von Melaten
vermitteln.
Mit freundlicher Unterstützung von Susanne Franke
susanne@melatenfriedhof.de
|